Kopieren geht über studieren

Zu meiner Zeit an der Uni ist man oft gefühlt stundenlang vor dem Kopierer gestanden und hat seitenweise das kopiert, was einem wichtig erschien, was man unbedingt lernen musste und was man – auch aus eigener Motivation – wissen wollte. Ganze Bücher haben daran glauben müssen. Man hätte meinen können: kopieren geht über studieren.

Heute, 40 Jahre und eine unübersichtlich reiche Medienentwicklung später, habe ich den Eindruck, dass einem gar nichts anderes übrig bleibt, als zu kopieren.

Erstens ist alles schon gesagt, zweitens alles schon geschrieben und drittens auch alles schon publiziert.

Drum heißt der Slogan für das Publizieren im Netz auch: copy, alter, paste. Das Neue liegt im Verändern und Neu zusammensetzen.

Und in der Persistenz: Man muss es schon durchhalten und sich mit der Zeit einen Namen machen, bzw. eine Marke entwickeln, wie es in der Fachsprache heißt.

Das gilt für die professionelle Kommunikation.

Ein Buch hat es da leichter: Damit will man eine Geschichte erzählen – und die Geschichte braucht Persönlichkeiten, die so einzigartig wie wir selbst sind. Nicht besonders, aber einzig. Und sie werden einzig in den Erlebnissen, die sie durchleben und die wir als Leserinnen und Leser mit ihnen mit erleben.

Bücher. Die werden hier auch zum Thema.

copy alter paste

Auch wenn man im Marketing immer noch die „Copy and Paste“-Strategie verfolgt: moderner ist es, den Dreischritt zu gehen: Das, was man in den unendlichen Weiten des Internets findet, verändern und wieder verwenden. Re-use und upcycling sind nichts anderes als die Anwendung dieses Mechanismus. Die Zeit ist reif für guten Kopierer.

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