Das Greenpeace Magazin: wertvoll, inspirierend und nachhaltig

Dass einem ein deutsches Magazin eine Ausgabe schickt, deren Veröffentlichung bereits 16 Jahre zurückliegt, ist bemerkenswert… und unheimlich nett. Danke, liebes Team vom Greenpeace Magazin! Ihr und eure Publikation seid wertvoll, inspirierend und im besten Sinne des Wortes nachhaltig. Eine Backlist zurück bis ins Jahr 2006, das wäre auch für einen Buchverlag eine große Herausforderung.

Was steckt hinter meiner Euphorie?

GM Türkei 04 2006

2006 fiel mir ein Magazin in die Hände, dessen Cover sofort mein Interesse weckte: Sehr rot schrie es regelrecht nach Aufmerksamkeit. Ein weißer Halbmond und Stern samt dem türkischen Namen der Türkei – so politisch kam das Greenpeace Magazin selten daher. Der Untertitel signalisierte dann auch, es handelte sich um ein SPEZIAL: Zur Lage der Türkei.

2006 stellte sich noch die Frage nach einem EU-Check im Hinblick auf einen möglichen Beitritt, Erdoğan war gerade einmal drei Jahre Ministerpräsident, die Türkei erlebte eine Aufbruchstimmung, jede und jeder hatte den Eindruck, dass Aufbruch stattfand, Einheimische wie Touristen gleichermaßen.

Die Ausgabe des Magazins hielt, was das Cover versprach. Zu Wort kamen Türkinnen und Türken, die ihr Land im 21. Jahrhundert sahen und alles dazu beitrugen, es noch weiter nach vorne zu katapultieren. Aktivist:innen, Visionär:innen und Künstler:innen sprachen über ihre Pläne und wie sie dabei zu Werk gingen. Beim Lesen entwickelte sich vor meinen Augen eine Gesellschaft, die viel aktiver, viel vibrierender, viel interessanter war als alles, was ich in Österreich oder Deutschland erlebt oder gelesen hatte. Dieses Gefühl setzte sich fest und bei meinen Besuchen in Istanbul, die ich schon davor und in den Jahren danach machte, bewahrheitete sich lange dieser Eindruck. Die Türkei war ein Land der Gegensätze, Stadt und Land, soziale Schichten, strukturelle Zuschreibenden aufgrund des Alters oder des Geschlechts, vieles erwies sich als festgefahren, und doch… aller Orten zeigte sich Bewegung. Man war schnell im Denken wie im Tun und man glaubte an den Turbo, eine Entwicklung hin zu einer offenen Gesellschaft. Die Türken, so oft als stolzes Volk beschrieben, in den Jungen zeigte sich in diesen Jahren das Positive an einem solchen Selbstverständnis: sie wollten tun, wollten handeln und sahen sich handelnd für eine globale Gesellschaft, ein kosmopolitisches Istanbul sowieso, aber ihren Einfluss wollten sie darüber hinaus geltend machen. Diese Ausgabe des Greenpeace Magazin fasste diese Stimmung zusammen, fand Worte für positiven Aufbruch. Mich beeindruckte dieses Heft.

Und es ging im Laufe der Jahre verloren.

Bis ich mich im Zuge einer Recherche daran erinnerte. Klar, man konnte das Magazin als dem Jahr 2006 nicht mehr kaufen. Also schrieb ich an das Greenpeace Magazin. Das finanziert sich allein aus Abonnements. An die Abo-Abteilung richtete ich also meine Anfrage.

Was passierte dann?

Eine Mitarbeiterin aus der Redaktion machte sich auf die Suche nach dieser Ausgabe, schrieb mir zuerst ablehnend, ich bat noch einmal und sie fand schließlich wirklich ein Exemplar, das sie mir ohne Umstände zusandte. David Bowie-Briefmarken inklusive.

Ein Happy End, über das ich mich sehr freue. Mit dem Magazin ist Futter für ein Projekt gekommen, das mich dich nächsten Monate beschäftigen wird. Stay tuned. Ich werde Sie und Euch auf dem Laufenden halten.

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