Didaktisch MOOCen – Dewey and emerging learning #MMC13

Die zweite Woche des #MMC13 ist weit fortgeschritten, und bevor die Diskussionen zur Didaktik im MOOC ganz an mir vorbei gehen, nütze ich die Nacht…

… und stelle fest, dass ich leider weit entfernt von der idealen MOOC-Teilnehmerin bin, wie sie Yvonne Stragies in ihrem Blog Bildungsdialoge zuerst verbal, dann dankenswerter Weise auch geschrieben höchst strukturiert beschreibt. Als „nichts leichter als das“ erlebe ich das Lernen im MOOC bestimmt nicht, zu unstrukturiert ist mein eigener Umgang mit der Fülle an Material, zu wenig selbstverständlich nutze ich die sozialen Medien, leider, stelle ich fest. Und trotzdem erlebe ich Lernen in einer Form, wie sie mir Spaß macht: Der MOOC, und speziell dieser hier, kommt mir vor wie eine riesige Bibliothek mit Freihandaufstellung. Vom einen Punkt meines Interesses fällt mein Blick gleich auf den nächsten, und so ziehen mich die Lernerlebnisse hinein in tatsächlich neue Welten. Aus der ersten Woche nehme ich Mozilla Popcorn mit (und verfange mich gleich für Tage in der Erstellung meines ersten Videos, unvollendet bisher).

… in der zweiten Woche, und treffe auf einen neuen Namen, und zwar aus Frust: Der Diskussion um xMOOCs oder cMOOCs möchte ich zur Zeit nicht folgen. Ähnlich wie bei Jutta gilt mein Interesse den cMOOCs, xMOOCs stehen gar nicht auf meinem Radar. Und doch: Widerspruch erregt mein Interesse, auch wenn der Widerspruch wie jetzt in meinem Kopf stattfindet. Wenn die Unterscheidung zwischen x- und cMOOCs bei #MMC13 gerade ein Thema ist, dann warum? warum so ausführlich? warum sogar soweit, dass man sich gegen den Vorwurf, ein xMOOC zu sein, verteidigen musste? (und bei dieser Gelegenheit dann lang und breit – thx! – die Rolle der GastgeberInnen in MOOCs diskutierte!)

… und in diesem Zusammenhang taucht Dewey auf: Bis ich schnallte, dass sich hinter der Kategorisierung von Reich (2012) bei Dewey ein Pionier der Pädagogik verbarg, brauchte ich google. Gehookt hat mich die rote, alles in allem doch als flapsig wahrgenommene Bemerkung. Der musste ich auf den Grund gehen.

reich 2012

 

Auf Deweys „pädagogische Vision“ referiert Justin Reich – und Google liefert dazu einen Mann aus dem vergangenen Jahrhundert, der aussieht, wie Westernhelden dargestellt wurden. Emerging Learning zu Beginn des 20. Jahrhunderts! Die guten Ideen scheinen tatsächlich schon mal da gewesen zu sein. (Aber dazu mehr an anderer Stelle :))

#MMC13 Eindeutig auf der positiven Seite

Heute hat der Mutmacher-Kurs 13 #MMC13 gegonnen und nach dem Lesen des ersten Impuslbeitrages oute ich mich als eindeutig auf der „Kommt alle und MOCCt“ Seite stehend.

Jasmin Hamadeh stellt in ihrem e-Teaching Büro Pro und Contra Argumente gelistet in die vier Akronymbuchstaben des MOOC zusammen. Ich bin, wie gesagt, für’s MOOCen, prinzipiell und aus diesen Gründen:

mmc13 01 dokumentation Auswahl

Erstens: Ein MOOC gewinnt durch die Dokumentation nicht nur an Nachhaltigkeit, die Dokumentation hilft auch jeder/jedem TeilnehemerIn in ihrem/seinem indiviudellen Lernprozess, weil mehr und Ansichten aus unterschiedlichsten Disziplinen, von unterschiedlichen Individuen zusammengefasst werden und zur Verfügung stehen.

mmc13 02vielfalt Verantwortung

Zweitens: Die Vielfalt ist eben nicht nur ein Angebot, sondern wird, durch Themenwahl und Wahl der Kommunikationswerkzeuge, durch das Rück- und Zuspielen von Dokumentationen durch die Initiatoren, die Verantwortlichen eines MOOC auch gesteuert. Was ein MOOC nicht kann, ist die Verantwortung eines Lehrenden in einer sturkturierten Lehr-Lernumgebung, wie es z.B. Hochschulen und Universitäten sind, einfach wegnehmen. MOOCs in hochschulischem Zusammenhang, gute und erfolgreiche davon, verteilen die Verantwortung fürs Lernen nicht einfach an die Teilnehmenden um, sondern etablieren eine Unterhaltung, unter den Teilnehmenden und mit den Initiatoren. Durch und mit einem MOOC wird Lernen oder Lehren nicht einfach ein Einbahnprozess, auch eine Unterhaltung ist keine solche.

mmc13 03angebot nachfrage

Drittens: MOOCen baut beim Tun die Medienkompetenz auf und aus! Medienorientierte Lehre in Theorie und Praxis wird ohne die Prinzipien von MOOCs nicht auskommen. Die angebotene Vielfalt erhöht dabei meiner Ansicht nach den Lernerfolg, weil für die Teilnehmenden Wahl- und Auswahlmöglichkeiten bestehen. Und das, wofür ich mich selbst entscheide, interessiert mich nun mal am meisten.

Ich stimme Jasmin also vollinhaltlich zu: „Ein didaktisches El Dorade erwartet uns.“

PS: Das Beitragsbild stammt übrigens von fanpop.com.

Endlich sichtbar angemeldet

Heute habe ich mich endlich sichtbar zum #MMC13 angemeldet: Der deutschsprachige MOOC-Maker Course, für mich ein Mutmacher-Kurs, bei dem ich mich unsichtbar gleich bei Bekanntwerdung im Dezember oder so angemeldet habe.

Ich finde die Idee der drei InitiatorInnen war überfällig: Ein deutschsprachiger MOOC für MOOC-Maker oder solche, die diese Form des offenen Lehrens und Lernens in irgendeiner Form z.B. in den strukturierten Unterricht an einer Hochschule einbringen wollen. Ein Kurs, in dem man selbst erfährt und übt, wie so ein MOOC aufgesetzt ist, welche Technik dahinter steckt. Ein MOOC für MOOC-Faszinierte, nicht für Lernende anderer Gegenstände.

Die Idee des MOOC ist nämlich toll: Studierende recherchieren zu Themen wo und wann sie wollen, posten Ergebnisse und Diskussionen überall dort, wo interessierte Gegenüber und andere Studierende zu finden sind, nehmen hin und wieder auch den angebotenen Lernraum (VLE, LMS, LCMS), sind den großen Teil der Zeit aber dort, wo sie sowieso online sind und taggen ihre Ideen, Unterhaltungen, Links, die zum Thema passen, mit einem vorher ausgemachten Tag. Für mich heißt das Zauberwort für eine so ideal imaginierte Umgebung KOMPILATION – den MOOC-Maker Course sehe ich als Mutmacher Kurs, diese Kompilation endlich zu durchschauen. Wenn das funktioniert, will ich wahrscheinlich alles nur mehr über einen MOOC oder etwas MOOC ähnliches lernen.