Structure and Agency

My colleague Jutta Pauschenwein and Jenny Mackness will be presenting a paper at the Networked Learning Conference in Lancaster later this year – Jutta, who is also responsible for the ZML Leseclub I am proud to take part in, asked to put their paper on the agenda for our next meeting. It covers an interesting topic, namely the tension between structure and agency in learning environments – and this especially from the instructors perspective.

In reading through this paper I get the feeling for the need to discuss several topics:

  • agency of the learner depends on internal, personal habits as well as on the designed and presented structure of a course
  • agency on the learner side can only be managed to a certain degree from the instructors side
  • agency of the learner is an indirect result of the design of the course and the relationship between participants (and instructor)
  • As an instructor I have to take care of an environment that suits a maximum of learners
  • and I have to be aware that role identities change, but according to a given expectation management roles do not vanish and shouldn’t be expected to do so

Although this paper refers to our COPE15 experience and so covers a MOOC learning environment, I believe that as an instructor I have to navigate through the dichotomy between structure and agency (of the learner) in designing every single learning experience – in my case, in the field of journalism, public relations and public communication – every single course. In a lecture as well as in a seminar. Accepting and recognizing that (e)-learning takes place everywhere and always.

 

A (first) short glimpse at threshold concepts

Der ZML-Leseclub ist eine ständige Inspiration für’s Weiterdenken.

Vergangene Woche beschäftigten wir uns zum ersten Mal mit „Threshold Concepts and Transformational Learning“ (dank einer Empfehlung von Roy Williams über Jenny Mackness an Jutta Pauschenwein). Mein Eindruck beim Reinlesen ins Buch: Schon etwas Neues kann die Qualität von Schwellen = Thresholds haben. Bei unserem Meeting war ich deshalb anfangs noch sehr skeptisch – und am Ende erleichtert, dass wir zu viert drüber diskutiert hatten. Mein Bild wurde sehr viel klarer und Threshold Concepts stellen sich mir jetzt als eine sehr brauchbares Werkzeug für Lernen (und Lehren), die Entwicklung ermöglichen, dar. Eine Grafik aus dem Buch verdeutlicht das Konzept sehr gut:

Microsoft Word - LandMeyerBailie.doc

Hier ein paar erste, praxisorientierte Überlegungen dazu:

Schwellen übersteigen

Verschiedene Sprachen lernen – sich in zwei Idiomen ausdrücken können – und dabei immer wissen, hautnah erfahren, spüren, dass Übersetzungen, also die 1:1 Übertragung von einer Sprache in die andere nicht funktionieren, jedenfalls weit davon entfernt von 100% funktionieren sind – bedeutet: sich permanent (oder wenigstens lange dauernd und immer wieder) in dem „liminal space“ zu befinden.

Schwellen inszenieren

Wenn ich überzeugt bin, dass Schwellen und die Auseinandersetzung mit dem „liminal space“ für das Lernen förderlich sind, dann bringe ich immer und immer wieder überraschende, auf den ersten Blick zusammenhanglose Aktivitäten (Lesestoff, Übungen, Gruppenarbeiten, …) in den Unterricht und thematisiere den Zusammenhang mit dem Thema, am besten in Diskussionen mit Studierenden.

Gerade unlängst gut gelungen ist mir das mit dem Thema Corporate Publishing (CP): Man könnte ganz klassisch und themenzentriert darauf einsteigen, indem man den größten Event im deutschsprachigen Raum dazu featured (die Preisverleihung für best of corporate publishing, jährlich veranstaltet) – ich fand es besser wirklich auf die Sache, nicht einen Veranstalter hinzuweisen und bin mit den Videos vom Science Slam Graz eingestiegen: Die Slamer dort bringen ihr Thema auf den Punkt, sie präsentieren es unterhaltsam und für ein Laienpublikum außerhalb ihrer Fachcommunity. Das ist CP auf einen kurzen Punkt gebracht.

Dewey endlich lesen

John Dewey kommt mir in den vergangenen Monaten immer wieder unter: zuerst bei MOOCs, dann hier bei den Threshold Concepts (gleich in der Einleitung und Einladung zur fünften internationalen Konferenz über Threshold Concepts). Ich sollte diesen Pionier der Pädagogik (jedenfalls einer amerikanischen Linie) endlich lesen. Seine Biographie, in die ich schon mal geschaut habe, macht ja neugierig und lässt vermuten, dass er mit Brüchen (so was ähnliches wie Schwellen) kreativ und inspirativ umgegangen ist.

Das OFFEN in MOOCs: Reden wir endlich über Didaktik!

Beim vergangenen Treffen des ZML Leseclubs (thx to my collegues Jutta and Erika I always enjoy those meetings) sprachen wir über MOOCs und lasen dafür ein paar der eLearning Papers 33 vom Mai 2013. Zwei Dinge möchte ich dazu festhalten – auch wenn unser meeting jetzt schon wieder ein paar Wochen zurückliegt:

Zuallererst: MOOC-Designs und MOOCs als Lernangebot verändern sich rasant und entwickeln sich ständig – ich zögere, da ein „weiter“ dran zu setzen, denn das Ziel dieser Entwicklung ist, wenn überhaupt vorhanden, nicht auszumachen. Seit Steven Downes und George Siemens 2008 den ersten, den MOOC “Connectivism and Connective Knowledge 2008” organisierten, durchführten oder  auch einfach laufen ließen (long time – in my perseption – MOOCs were something to join and get off again according to time and personal interests), von 2008 bis heute haben sich ein unübersichtlich große Menge an Varianten von MOOCs herauskristallisiert: Die Einteilung in xMOOCs und cMOOCs ist eine (ungenügende) Möglichkeit der Systematisierung dieser Vielfalt.

Jedes einzelne der Attribute in dem Akronym MOOC kann mehr oder weniger wichtig für die aktuelle Ausformung eines spezifischen, MOOC genannten Kursangebots sein: Gerade nehme ich zum Beispiel teil an einem MOOC: Linguistics 103 – The Nature of Meaning am Virtual Linguistics Campus der Uni Marburg in Deutschland. Eine Frage stellt sich mir dabei ganz unmittelbar: Reicht es wirklich, educational resources online und mehr oder weniger offen zur Verfügung zu stellen, damit man den Kurs dann MOOC nennen kann? Reicht es, MOOCs als nichts anderes als „Massive open online inverted classroom sessions“ zu bezeichnen und genau solche zu entwickeln?

Ein MOOC ist mehr!

Das Attribut „offen“ im Namen trägt die für mich wichtigste Wahrnehmung: offen heißt nicht nur, dass tatsächlich alle (mit Internetanschluss) daran teilnehmen können und dürfen – offen bedeutet vor allem, dass auch alle am Thema partizipieren, sich äußern, mitreden, mitentwickeln können. Offen, in meinen Augen, ist also nicht so sehr ein organisatorisches Feature eines MOOCs, sondern eine didaktische Qualität. Offen steht für „offenes Lernen und Lehren“.

Das hat sehr viel mit emergent learning zu tun. Ein Paper, das den pädagogischen Anspruch von MOOCs aus der Lerner-Perspektive analysiert hat („MOOC Design Principles. A Pedagogical Approach from the Learner’s Perspective“), kommt daher zu kaum anderen Qualitätsfaktoren als wir sie in den footprints auch haben. „Regressive pedagogy“, wie Siemens es genannt hat, ist in MOOCs fehl am Platz. Und: Learner-Centred Approach heißt für mich auch, die Persönlichkeit und das Engagement von Lernern (genauso wie das der Lehrenden) in die Planung mit einzubeziehen. (vgl. dazu auch meinen vorangegangenen Post).

Zweitens: Die Idee das AlphaMOOCs begeistert mich!

Wenn es cMOOCS und xMOOCs gibt, haben aMOOCs noch viel mehr Berechtigung: Denn einen aMOOC  zu entwickeln, bedeutet, als Institution daran zu wachsen, weil man interdisziplinär daran arbeitet (besprochen im völlig missverständlich betitelten Paper „The AlphaMOOC: Building a Massive Open Online Course One Graduate Student at a Time“). An der Erstellung der Inhalte genauso wie an der Entwicklung des Themas. Der Foundations fo Science MOOC der University of Michgan im Sommer 2013 war so ein Tool. Wenn man hier an der FH JOANNEUM darüber nachdenkt, einen MOOC zu entwickeln, dann sollte man dieses Projekt ähnlich angehen – nach dem kurzen MOOC-Workshop hab ich darüber auch schon hier geschrieben.