Drei Monate ironbloggen

„Marmor, Stein und Eisen bricht, aber unsere Liebe nicht…“. Dieser Songtitel fällt mir ein, wenn ich daran denke, dass drei Monate ironbloggen jetzt schon wieder um sind: Es war am 23. Jänner, als sich ein Grüppchen Unermüdlicher bei Monika und Achim traf und wir beschlossen, ab Februar zu bloggen, ironzubloggen. 

Was ich in diesen Wochen gelernt habe, will ich hier darlegen:

Beim ersten Meeting hat mich die Herzlichkeit umfangen: es wurde gekocht und gemeinsam gegessen, jeder sprach über seine Themen oder sein Thema, wir stellten fest, dass wir eine bunte Mischung sind, gekennzeichnet durch viele Interessen, quer durch das Gemüsebeet, sozusagen.

Beim Vier-Wochen-Ironbloggen Treffen am 6. März war das Grüppchen noch kleiner, die Gespräche für mich aber sehr gewinnbringend, die Lernerlebnisse vielfältig:

Die Wortzählung von WordPress war mir noch nie aufgefallen – meine Beiträge deshalb manchmal auch sehr kurz. Jetzt versuche ich, auf die von Henriette genannten „idealen“ 500 Wörter zu kommen.

Links statt Blogroll – wir sprachen davon, dass das ein Standard-Feature von WordPress sei – in meinem 3.7.1 aber nicht. Da waren die Links einfach weg. Und ein Blogroll-Plugin fand ich nicht. –> Mal sehen, ob das mit neueren Versionen besser bzw. anders wird. Ich würde gerne eine Blogroll mit den Ironblogger-Kolleginnen und Kollegen anfangen. Kommentiert, als eigene Seite. – Bisher ist mir das aber wirklich nohc nicht gelungen. Liegt vielleicht an meinem Theme, das in vielem nicht ganz bis zum Ende hin durchgestylt scheint. Zu pingelig will ich aber gar nicht sein, weil ich selbst wenig Zeit für die technischen Spitzfindigkeiten aufbringen kann.

Ganz ganz viel lernte ich über Barcamps, weil Monika und Achim schon an die vierzig oder mehr davon mitgemacht haben. Mich interessiert ja das Format: Ich finde es wunderbar, dass man unkompliziert und wenig formalisiert auf einem Netzwerktreffen teilnehmen kann… Man kann es ruhig auch anders nennen, der Name Barcamp hat sich aber eingebürgert. Im Gespräch im März stellte ich fest, dass der Anspruch der „Unkonferenz“ auch in Opposition zu einem ersten Firmenbarcamp hochstilisiert wird und wurde, weil diese zwar von sich sagte, ganz unelitär zu sein, allerdings wirklich sehr elitär gestaltet war. Gegensätze und Synthesen faszinieren mich, wie immer.

Auch bei diesem zweiten Ironblogger-Treffen gab es was Leckeres zu essen. Nach einem Arbeitstag ohne viel Pausen weiß ich das zu schätzen.

Jetzt, nochmal zwei Monate später, hat das Ironbloggen auch ganz real manifestierte Auswirkungen gezeitigt:

Ich bin FRAN des Universalmuseum Joanneum und freue mich darauf, viele, viele Ausstellungen in Graz und der ganzen Steiermark zu besuchen. Einen ersten Vorgeschmack auf dieses Erleben bekam ich beim Besuch von Schloss Trautenfels vor zwei Wochen – wie sehr wir davon beeindruckt waren und wie lange meine Familie und ich wirklich Spaß an den zwei Ausstellungen über das Thema „Unser Wald“ und das Alltagsleben hatten – darüber werde ich sicherlich noch schreiben. Ein erster Vorgeschmack darauf findet sich auf meinem neu eingerichteten flickr-Album, wo sich derzeit die vielen Tiere und Besonderheiten der Ausstellungen finden.

flickr Trautenfels

Ich habe – leider nur aus der Ferne, weil gerade in Istanbul – das Barcamp Graz „miterlebt“, indem ich den Twitterstream dazu verfolgte. Studierende, die daran teilgenommen hatten, sprachen von der der besten Veranstaltung ever. Die Ironblogger waren dort auch Thema und ich wurde, weil ich eine Woche mal keine Post veröffentlicht und fünf Euro Schulden habe, bei der Präsentation erwähnt.

Noch ein Lernerlebnis aus der Tatsache heraus, dass ich ironblogge: Ich werde mir immer bewusster, warum ich blogge. Eigentlich halte ich bloggen als Tool für eine komische Mischung, ein bisschen Tagebuch, aber öffentlich. Weil ich den Widerspruch darin für mich noch nicht ganz aufgelöst habe, weiß ich auch noch nicht so recht, worüber ich hier schreiben will und soll. Mein Gedankentrichter hält fest, was ich nicht vergessen will, worüber ich nachdenke und was mich beeindruckt. Aus Sicht möglicher Leser ist eine solche Bandbreite an Themen ganz schlecht, weil ich nicht einordenbar bin. Trotzdem will ich mich nicht auf ein paar Themen beschränken, sondern weiterhin die Wirklichkeit, das äußere und innere Leben abgrasen und aufheben, was mir auffällt.

Es passiert so viel in letzter Zeit. Vielleicht nutze ich meinen Blog auch mal vermehrt dazu, in all das Chaos Ruhe zu bringen. Damit wäre mir gedient.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.