iversity enttäuscht als MOOC-Plattform

Heute habe ich einen Footprint gezeichnet – aus Frust über meine Erfahrungen in intensivem Studium beim matheMOOC „Mathematisch denken!“:

Das Thema stimmt, die Materialien sind super – innovativ, über Mathematik hinauslenkend, manche sogar meditativ. Große Hochachtung vor den Lehrenden Christian Spannagel und Michael Gieding. Es gelingt ihnen, Mathematik sogar mir spannend und eingängig zu vermitteln. Sie schaffen damit den Spagat zwischen den Lehramtsstudierenden ihrer eigenen Hochschule und einfach interessierten Laien, denen Mathematik ein bisschen schmackhaft gemacht werden soll.

Die Plattform iversity allerdings kommt ihnen meinem Erleben nach aber gar nicht entgegen. Zwar ist alles Material in übersichtlicher Form dargeboten, die Macher des matheMOOC nutzen auch jede mögliche Variante der Darbietung – aber Vernetzung zwischen TeilnehmerInnen findet so gut wie nicht statt. Die Plattform ist auch gar nicht darauf angelegt, wie es scheint.

Zwar kommen immer wieder Push-Nachrichten über Neuigkeiten im Kurs auf meine Mailadresse. Toll. Aber sonst nix. Ich finde nicht einmal eine Liste von TeilnehmerInnen auf der Plattform. Ich kann nicht mal nach anderen suchen. Und wenn die Lehrenden im Kurs nicht selbst eine Map mit den TeilnehmerInnen veröffentlichen würden,wäre es überhaupt so, als ob ich allein mich berieseln lassen würde.

Genug Hallraum – aber keine Offenheit. Mein Footprint sieht dementsprechend „unglücklich“ aus, und das heißt, er ist Ausdruck meiner Unzufriedenheit mit diesem MOOC im Augenblick.

learning in mathemooc during participation

Am Ende des Kurses, so hoffe ich, wird der Footprint anders aussehen. Denn – wie gesagt – das Thema fesselt mich nach wie vor.

Kürzlich erst haben meine Kolleginnen vom ZML-Leseclub und ich laut darüber nachgedacht, ob eine Plattform das Lernerlebnis nachhaltig beeinflusst. Jetzt sage ich: JA. Tut sie. Vieles mag am didaktischen Design innerhalb einer gegebenen Lernplattform liegen, vieles ist aber wirklich von ihr determiniert. Ich erlebe das jetzt als eine Lernende, die nicht nahe am didaktischen Design steht. Ich bin Rezipientin, und nur das. Leider. Viel lieber würde ich mich mehr und intensiv mit meinen LernkollegInnen austauschen. Das aber passiert nicht innerhalb von iversity.

2 Gedanken zu „iversity enttäuscht als MOOC-Plattform“

  1. Liebe Frau Reimerth,

    wir nehmen derartiges Feedback sehr ernst. Wir sind uns wohl bewusst, dass die soziale Dimension ein zentraler Erfolgsfaktor den Online-Lernens darstellt. Wir haben die Plattform jedoch unter einem engen Zeitplan mit begrenzten Entwicklungskapazitäten gebaut und konnten daher bisher noch nicht alle der Ideen umsetzen, die wir auf der Liste haben. Dazu gehört neben sozialen Netzwerkfunktionen eben auch die Arbeit in Kleingruppen. Bleiben Sie uns treu und Sie werden sehen, wie sich die Plattform weiterentwickelt.

    Besten Gruß

    Hannes Klöpper

  2. Ich lese aus Ihrem Kommentar, dass iversity demnächst auch die Einbindung sozialer Networks in die Plattform implementieren wird. Das wird mich freuen. LG Gudrun Reimerth

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.