Optimismus gesucht…

kreta radl

„Sonnige, leuchtende Tage; weine nicht, weil sie verloren sind, sondern freue Dich, weil sie gewesen sind.“

Viktor Frankl zitiert, während er in seinem Lieblingsgebiet wandert, einen Weisen. Als ich unlängst mit einem völlig untauglichen alten Radl, bei dem sogar der Sattel wackelte und das, absolut ungewohnt, nur eine Rücktrittbremse besaß, im süden Kretas zu einem idyllischen Strand unterwegs war, fiel mir so ein Spruch oder etwas Ähnliches ein.

Optimismus hat wenig mit den äußeren Gegebenheiten zu tun – viel, viel mehr mit der inneren Einstellung. „Glück ist, wenn man trotzdem lacht.“ Nicht im Wortlaut, aber inhaltlich ähnlich lässt Wolfgang Borchert seinen Heimkehrer nach dem Krieg so etwas sagen.

Heute, scheint mir, ist die Lage nicht besser, aber es wird nicht so dramatisch darüber berichtet. Jedenfalls nicht so, dass es mit einer gewissen Panik ankommt. Der Schriftstellerin Monika Maron geht es beim Zeitungslesen ähnlich. Ihr Essay im Spiegel dieser Woche reflektiert, wie wenig die Medienberichterstattung tatsächlich ihre eigenen Ansichten, Einstellungen, Überzeugungen wiedergibt. Mir geht es genau so. Und ich sehe darin auch einen der Gründe für die Krise des Journalismus.

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