Ich schreibe zu wenig – und lese zu viel

Schuld ist der Gedankenrekorder: noch nicht erfunden!

Stattdessen sind wir, die Menschen von heute, unterschiedlich alt, unterschiedlich digital aufgewachsen, gleichermaßen betroffen, ständig überwacht. Wenn ich Fotos von meinem android Handy „wegspeichern“ will (weil ich mehr freiehn Speicherplatz am Handy benötige), dann geht das ganz leicht, über die Cloud. Von Apple oder google+ oder dropbox. Hänge ich ein Kabel an mein android und verbinde es mit dem MacBook, dann funktioniert die Übertragung erst beim dritten Mal. Zweimal hängt sich das android nämlich auf und ich muss wieder von vorne beginnen. – Ein Schelm, wer da an Politik dahinter denkt.

Ich lese. Bin ungeduldig, wenn DIE ZEIT erst am Freitag in meinem Postkasten liegt. Und verfluche die Zustellung, wenn DER SPIEGEL nicht am Montag dort zu finden ist. Dann täglich die Kleine Zeitung und Der Standard. Zum Frühstückskaffee als Printausgabe.

Sehr viel öfter als aufgezeichnet finden sich in diesen Zeitungen und Magazinen gut recherchierte Artikel, die es wert sind, kommentiert zu werden. Ich belasse es leider bei den Gedanken daran. Ohne Gedankenrekorder bin ich aufgeschmissen. Das war mit 17 so und ist es immer noch. Keine kommunikationstechnologische Erfindung hat daran etwas geändert. Denn alles, was diese wirklich tollen Erfindungen und Plattformen ermöglichen, muss ich fast zwangsläufig sofort sharen.

Wir, behaupte ich jetzt mal im Namen der Menschheit, die mit diesen Technologien gesegnet ist, sind nicht dafür geschaffen, alles sofort sozial und öffentlich zu machen. Genau das tun wir aber.

Ich habe in ein paar Monaten über dreitausend Fotos auf meinem Handy gespeichert. Viel zu viele. Die verhindern, dass ich neue Apps zum Ausprobieren rauflade. Wenn ich sie jetzt, wie oben beschrieben, mühsam auf den Laptop lade, dann werden sie auch dort in Kürze meine Speicherkapazitäten ausschöpfen.

Ich habe auch viele Seiten mit interessanten Artikeln aus den Zeitungen und Magazinen gestapelt in meinen Zimmern – irgendwann wird auch das ein Speicherproblem.

Ab sofort schreibe ich mehr. Und werfe dann die Zeitungsseiten und nicht verwendeten Fotos weg. Produzieren statt konsumieren. Ist das nicht das Mantra des Netzes: Jeder ist Produzent. Was mich davon abhält ist die eigene Bequemlichkeit und die Zeit, die für’s Lesen draufgeht.

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