„Networks“ außerhalb der Science Fiction meiner Achtziger Jahre

Wir leben in einem networked environment. Das ist eine Tatsache. Aber was bedeutet dieses Faktum für das reale Leben jedes Einzelnen? Bei den Prüfungen in PR im Web 2014 bei JPR13 ist mir aufgefallen, dass die Beantwortung dieser Frage auch mit unserer Einschätzung von Shitstorms zu tun hat.

Ich könnte mich natürlich höchst wissenschaftlich mit der Frage von Networks beschäftigen – viele tun das. Und weiter unten habe ich ein paar Links festgehalten, nur um sie an einem Ort gesammelt wieder finden zu können.

Stärker als die Wissenschaft interessiert mich momentan die Tatsache, dass Network Gegebenheiten gesellschaftlich in der kurzen Zeit von ein, zwei Jahren große Auswirkungen haben. Wenn man Networks als „being connected“ versteht, dann ist die moderne Kommunikationstechnologie eine Erklärung dafür, die sich Einschätzung von social media getriebenen Kommunikationskrisen im Laufe von nur zwei Jahren völlig gewandelt hat: Was vor zwei Jahren noch der Shitstorm schlechthin war, ist heute ein laues Lüfterl, wird realistisch eingeschätzt und vernünftig darauf reagiert. Die ganze Idee von Shitstorms ist relativiert – heute, gerade in den „Shitstorms“ der vergangenen Tage bei uns zeigt sich, dass sowohl die Bemerkungen wie auch die Reaktionen darauf als höchst persönlich gelten. Es ist das Persönliche, das zählt. Was sind dann Networks?

What are Networks?

Anders als in den Science Fiction Büchern der Achtziger Jahre haben Networks nicht unbedingt mit Technik zu tun. In dem Dokumentarfilm „Connected: The Power of Six Degrees“  der Australian Broadcasting Corporation (2008), dabei handelt es sich um ganz reale Netzwerke von Menschen, die ein Päckchen von einem Ort der Erde auf die entgegengesetzte Seite schicken sollten, indem sie immer nur Bekannte oder Bekannte von Bekannten damit behelligten. Das Päckchen kam in den meisten der dokumentierten Fällen an.

Manuel Lima sprach 2012 von der Entwicklung der trees to network und wollte damit der „challenge of mapping an increasingly complex world“ begegnen. Sein The power of networks ist auch auf slideshare zu finden.

The article „What is network science“ by Ulrik Brandes, Garry Robins, Ann McCranie and Stanley Wassermann as the editorial to a new journal by Cambridge University Press defines „network science as the study of the collection, management, analysis, interpretation, and presentation of relational data“. Das klingt ziemlich lapidar. Und man fragt sich, ob die Idee der network sicience nicht nur eine eindrucksvolle Verbrämung von althergebrachten „Überlieferungen“ ist: „Networks and hence the network prardigm have become scientifically relevant across disciplinary boundaries. But many have asked: Is the network paradigm nothing more than an in vogue buzz phrase?“

So ist es, glaube ich, nicht. Interdisziplinäres Arbeiten als Networks? Wer denkt, dass sei einfach, liegt falsch. Networkartiges zusammenarbeiten über disziplinäre Grenzen hinweg bedeutet auch gemeinsam zu wachsen und so etwas Neues zu entwickeln. Bewusstes zusammenarbeiten und dabei dem Kopf die Führung zu überlassen, trägt zu einer solchen Entwicklung nicht unbedingt und selbstverständlich bei.

The network paradigm

„If anything, network science is a revolution a long rime in the making.“ Das ist aus dem Artikel von Ulrik Brandes et al. Kommunikation als unbewusstes Reagieren „aus dem Bauch heraus“ hilft dabei.

Und wunderschön zum Schluss: „The human connectome projekt“ – visualization of the human brain activity.

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