Kommunikations-Technologie

Ich beobachte mich eine Woche lang, welche Kommunikations-Technologien mir was gebracht haben, was ich wofür genützt habe – überwiegt der Nutzen oder nicht…

Montag, 21. April 2014, Ostermontag:

Candy Crush Saga am Kindle installiert und gespielt, ausgiebig gespielt, also Zeit verloren, Geld ausgegeben und am Ende des Tages gemerkt, dass es zu viel war, vor allem und hauptsächlich emotional und geistig. Bei einer Neunjährigen hat es auch körperliche Auswirkungen: sie schläft schlecht und wacht am Morgen mit rechteckigen Augen auf.

  • COMPUTERSPIELE  + / —

Viele, viele wunderschöne Handybilder von Istanbul in Form der Diashow meiner 87-jährigen Tante auf dem Mac gezeigt (davor vom Handy auf den Mac überspielt und mit einer Freundin in Istanbul über google geteilt) – insgesamt sehr aufwändig, aber am Ende sehr überzeugend. Für gute Fotos als Doku eines schönen Urlaubs reicht heute ein Smartphone.

  • HANDYFOTOS  +
  • KOMPATIBILITÄT  + / —

Dienstag, 22. April 2014:

Heute Positives: Ein Kollege des Energiefeldes Steiermark der GWÖ postete auf einer virtuellen Pinwand bei padlet als Vorbereitung auf ein Fokusteam Treffen erste Ideen und sandte den Link per Mail an die Mitglieder dieses Fokusteams. Er freute sich über den „barrierefreien“ Zugang zu der Pinwand, wo man ohne sich zu registrieren posten konnte. – Leider funktionierten Ergänzungen oder Veränderungen im gegebenen Text nicht mehr ohne Registrierung. Aber das Anwendungsbeispiel ist trotzdem ein positives.

  • CLOUDDIENSTE  + / —

Pou, das virtuelle Haustier meiner Tochter, gerade mal zwei Tage in ihrer Obhut, löst bei seiner Hüterin sogar Tränen aus: Ich musste mich kurz um ihn bzw. sie kümmern und fütterte sie zu stark. Dadurch wurde sie fett und meine Tochter weinte. Das war eine Überraschung. Hätte ich dohc nicht gemeint, dass ihr die virtuelle Welt in einem Tablett mit solchen realen Auswirkungen zu schaffen machen könnte. Mit einem Fat burner Drink erlangte Pou dann wieder ihre ursprüngliche Körperfülle.

  • TAMAGOCHI VON HEUTE   —

Mittwoch, 23. April 2014:

Carina Kerschbaumer in der Kleinen Zeitung über eine Familie, die zu viert beim Abendessen in einer Autobahnraststätte jeder und jede einzelne in ihr Handy schauten, dort spielten, lasen oder sonstwas taten. Keiner redete. Der Bruder sandte der neben ihm sitzenden Schwester ein SMS. Und einmal fragte der Vater den etwa achtjährigen Sohn, ob er auf die Toilette müsst. Mehr Worte fielen nicht. – Da denke ich an den Social Media Guard von Coca Cola und bedaure es aber bin wieder mal davon überzeugt, die haben damit wieder ihre Vorreiterrolle bestätigt.

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  • HANDYS  + / —

Am Abend falle ich in der Videothek über „Inside Wiki Leaks„, dem Film von vor einigen Jahren – und denke beim Anschauen auch an Datenschutz und die momentan die österreichischen Medien codomierenden Nachrichten über den heutigen Streik der Fahrer bei den Wiener Linien, die mehr und schneller eingerichtete flächendeckende Videoüberwachung in Haltestellen und Waggons fordern, weil sie in letzter Zeit öfter überfallen wurden. – Beeindruckend, obwohl, wie schon beim Erscheinen des Films überall beschrieben, es vor allem um die zwei Personen Julian Assange und Daniel Domscheit-Berg geht.

  • INFORMATIONSREVOLUTION  + / —

Donnerstag, 24. April 2014:

Heute fand die dritte internationale Pressekonferenz der Gemeinwohl-Ökonomie statt: In elf Städten in drei Ländern veranstalteten die Energiefelder der Gemeinwohl-Ökonomie eine Art Bilanzpressekonferenz über das vergangene Jahr, Fotos davon findet man im flickr-Stream hier. Bei der Organisation der Pressekonferenz hat sich eins der ältesten Werkzeuge des vernetzten Computerzeitalters bezahlt gemacht: die e-mail. Wenn manche über die Mailflut klagen, sage ich ja. Auch. Aber für den schnellen Austausch von mehreren Dokumenten mit nicht vielen, die daran arbeiten, ist sie toll. Weil direkt. Weil man einigermaßen sicher gehen kann, dass sie – wenn erwartet – beim Adressaten ankommt. Abhängig vom Gebrauch, also praktikabel.

  • E-MAIL + / —

Heute hab ich auch die Videos für meine Woche des FH MOOCs #cope14 fertig geschnitten – und da ist herrlich, dass man ganz unkompliziert digital einen Film schneiden kann. Die Software genügt, das geeignete Ausgangsmaterial (Videoaufnahmen in guter Qualität, mit bestimmten Parametern gedeht und eingespielt) und ein bisschen Routine im Umgang mit der Software. Es ist der kreative Gedanke, der für die Qualität dann ausschlaggebend ist – oder das Ziel, um das es geht. In meinem Fall geht es um die Inhalte und die Lernmotivation, die so ein Video vermitteln kann. Gott sei dank habe ich ein bisschen Hilfe von einem Kollegen, der sich mit der Software besser auskennt als ich.

  • VIDEOSCHNITTPROGRAMM +

Freitag, 25. April 2014:

Lehrveranstaltung in einem produzierenden Industriebetrieb in Graz – wir lernen die spezifische Kultur des Unternehmens kennen. Lernende, nebenberuflich Teilnehmerinnen und Teilnehmer eines postgradualen Lehrgangs, kommen ganz ohne Kommunikationstechnologie aus. Die Lehrenden fragen sofort nach dem Vorhandensein von WLAN. Ohne weiteres Nachdenken wird ihnen gleich das Passwort dafür genannt. Ohne wäre ein Leben wahrscheinlich nicht mehr möglich. Und toll, dass im öffentlichen Bereich dieses Unternehmens WLAN einfach zur Verfügung gestellt wird.

  • WLAN +

Soviel für eine Woche. Das Resümee meiner kleinen Nabelschau fällt, wenig überraschend, ambivalent aus: Wie meiner Ansicht nach bei jeder Entwicklung des Menschen, also jeder kulturellen Errungenschaft, kommt es auf den Gebrauch an. Den sinnvollen Gebrauch. Den Zweck, den man damit erreichen will und das richtige Maß. Das Wochenende ist weitgehend kommunikationstechnologie-los.

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