Voll Vegan: Geburtstagsmenü vom Feinsten

B einfach veganSpontan und kurzentschlossen lud ich den Seniorenanteil meiner Familie zu einem speziellen Geburtstagsessen: Es musste vegan sein. Und zwar komplett, was das Essen betrifft. Zusätzlich musste es alles haben, was zu einem festlichen Menü gehört. Mehrere Gänge, Nachspeise inklusive.

Seit ich beim ersten Foodblogger-Event im Le Soleil Roland Rauter als Autor einiger veganer Kochbücher kennengelernt habe, las ich immer wieder in „einfach vegan. Genussvoll durch den Tag“ und fand heraus, dass Eierspeise auch ohne Ei gelingt, French Toast mit rein vegangen Zutaten ein altes Gefühl „wie damals in Amerika“ bei mir aufkommen lässt und Stroganov auch mit Seitan herrlich schmeckt. Meine Menüfolge stellte ich daher aus diesem Buch zusammen.

  • Frühstücks-Omlett mit gerösteten Kirschtomaten – weil man ja mit Eiweiß beginnen soll 😉
  • Fenchel-Orangen-Suppe mit gelben Mungobohnen – weil Fenchel eine meiner Lieblingsgemüsesorten ist
  • Seitan „Stroganoff“ mit Pilzen und Kartoffelgratin – weil mir der Geschmack von Pilzen in Soße schmeckt
  • Birnenkompott mit Sternanis und Kardamom – weil am Ende nur mehr was Leichtes Platz hatte

Meine Mutter schickte ich zum Einkaufen auf Entdeckungsreise: Wie ich sollte sie die vielen neuen Zutaten der veganen Küche kennen lernen, als sie so lieb ist und den Einkauf erledigt. Mit neuen Erkenntnissen kam sie zurück. Und hatte wirklich alles dabei.

—*—

Jetzt, nach dem großen Kochen ein kleines Resümee: Meine Familie aß. Sechs Leute haben sich unvoreingenommen über veganes Essen gemacht. Jeder wurde satt. Vieles hat hervorragend geschmeckt. Allerdings gelang mir nicht alles. Gleich zu Beginn, das Omlett – ich werde wohl noch üben müssen. Seidentofu und Sojamilch sowie Maisstärke und Hefeflocken im richtigen Verhältnis zu mischen, ist viel zu kompliziert für mich als Anfängerin. Das Omlett wurde leider nichts. Eine Wiederholung werde ich mit mehr Zeit und Muße angehen.

Sehr gut kam die Fenchel-Orangen-Suppe an. Dabei schmeckten meine Gäste Gewürze, die sie so noch nicht wahrgenommen haben.

Auch das Seitan „Stroganoff“ fiel sehr positiv auf: Schon beim Schneiden erinnerte mich die Konsistenz an Leber. Fertig geröstet konnte meine Tochter das Seitan kaum von Fleisch unterscheiden. Die Soße, das war das Besondere an diesem Gang, schmeckte ohne Sahne mindestens genauso gut wie mit, hatte aber einen entscheidenden Vorteil: die Soße ist viel, viel leichter ohne Sahne. „Das schmeckt wie Stroganoff“, war der einhellige Kommentar meiner Familie.

Bei der Nachspeise passierte mir allerdings ein Kochlehrlingsfehler: Ich hatte nicht genug Zeit, die Birnen weich zu kochen. Mea culpa. Mea culpa. Mea culpa. Umso einladender und heimeliger rochen die Gewürze aus dem Topf: Sternanis, Zimt, Nelken und Kardamom.

Das Resümee dieses Experiments:

Einhellige Meinung meiner „Testesser“: Das vegane Menü hat überzeugt. Vom Geschmack her. Von der Konsistenz. Und vom Gefühl danach. Für mich ist dieser Aspekt überhaupt der wichtigste. Nach einem veganen Essen fühlt sich mein Körper wohl! Auch wenn ich satt bin, ist nicht Völle das bestimmende Gefühl nach einem Essen, sondern Wohlbefinden. Nach einem Fleischessen fehlt mir dieses Wohlbefinden völlig.

Die Mitglieder meiner Familie werden aufgrund dieses Menüs und ihrer Erfahrungen dabei jetzt nicht gleich nur mehr vegan kochen. Ich habe bloß eine Tür geöffnet: Neu denken, neu essen, neu kochen. Und im Kleinen beginnen. Ich freue mich auf weitere Experimente dieser Art.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.